How to survive the guests…

…oder unterwegs in Suzhou Teil 2
Heute morgen wollte ich dann unser Zugticket nach Xi’an für Sonntag kaufen. Eigentlich hätte das der Fahrer tun können, aber natürlich wollte ich es selbst machen. Also schnell mal an der Rezeption nachgefragt, wo ich das Ticket kaufen kann. Der nette junge Mann hat mir dann auch die Strasse in der Karte eingezeichnet und den Hinweis gegeben, dass das Office im ersten Stock sei. Aha! In welchem Haus hat er mir allerdings nicht sagen können, aber ich könnte es nicht verfehlen, das Ticket-Office. Na gut, ich habe ja einen Mund zum fragen. In der besagten Strasse angekommen – ich glaube, dass die etwas triste Atmosphäre erst nachts zum Leben erwacht, wenn in den ganzen Bars und Night Clubs dann auch die Mädels am Start sind – musste ich wie zu erwarten war feststellen, dass es mehr als ein Haus mit erstem Stock gab und, dass man mich nicht verstand. Erst als mir wieder das Wort für Zug einfiel, hat man mich in den ersten Stock begleitet und direkt vor dem Ticket-Office abgeladen. Merke: First Floor ist Erdgeschoss. …am Ticket-Office stand mit Sicherheit auch dran, dass es sich hier um ein Ticket-Office handelt, aber ich konnte es halt mal wieder nicht lesen. …und Tickets kaufen kann man nur MIT Pass und MIT Cash.
Also auf zum nächsten ATM. Pässe zurück verlangt und los gings. ATM 1 gab mir kein Geld, ATM 2 – ich hatte schon leicht Adrenalin, dass meine Karte nicht mehr rauskommt – wollte mir auch nichts geben. Dann geh ich halt doch zuerst auf Sightseeing-Tour!

Mit der U-Bahn ging es dann wieder in die Stadt. Heute wollte ich mir das Pingjiang District anschauen. Das älteste Viertel der Stadt. Das sieht man allerdings nicht, wenn man auf der normalen Touristenstraße bleibt, auf der ich irgendwie eh die einzige Europäerin war, sondern nur, wenn man vom Weg abkommt. Hier kann man den Menschen tatsächlich noch ins Wohnzimmer schauen und sieht in enge Gassen und Hinterhöfe. Das Venedig Chinas scheint hier wieder ganz präsent zu sein. Das District ist durchzogen mit kleinen Wasserstrassen, auf denen man auch per Boot entlang schippern kann. Wir müssen unbedingt mal am Abend hier vorbei kommen. Insbesondere nachdem ich beim Verlassen des Distrikts nun auch den offiziellen Eingang, der total easy an der Lin Dun Road ausgeschildert und aufzufinden ist, kenne 🙂

An und für sich, wollte ich auch noch auf den „Flowers, Birds, Arts and Crafts Market“. Habe mich aber nach guten 4 Stunden Fußmarsch durch ungefähr 5 cm Kartenmaterial und nochmaliger Überprüfung des verbleibenden Weges auf der Karte dafür entschieden, den Marktbesuch auf einen anderen Tag zu verschieben. Auch der Weg zur U-Bahn erschien mir als nicht mehr machbar und somit habe ich beschlossen, den Bus zu nehmen.

IMG_1748

Dass der Bus und ich keine Freunde werden würden, war mir schon Sonntag beim Blick auf die wunderschönen Haltestellen und die ausführlichen Pläne klar. Alles auf chinesisch! Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich Gegebenheiten mit Tanzania oder verschiedenen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent vergleiche. In Tanzania gab es keine Busfahrpläne, dafür war auf den dalla-dallas die Endhaltestelle markiert und die conductor waren immer hilfsbereit. Gut, die Endhaltestelle steht womöglich auch hier auf den Bus. Ich kann es halt nicht lesen… Also in den ersten Bus rein – natürlich der Falsche. Aber ausser einem Kopfschütteln keine weitere Aussage vom Busfahrer zu bekommen. Nächster Bus…doch noch bevor ich einsteigen kann, lacht und spricht mich ein bekanntes Gesicht aus der Menge an! Eine junge Kellnerin, die morgens im Frühstücksservice arbeitet, steht da unter Hunderten von Chinesen an der Bushaltestelle und freut sich wie oll, mich zu sehen und noch mehr, als Navigator zu fungieren (so heissen die Angestellten im Hotel, weil sie nicht nur im Restaurant oder an der Rezeption arbeiten, sondern auch bei Bedarf den Gästen Suzhou zeigen). Coole Sache, insbesondere wenn die Navigatoren genau dann auftauchen, wenn man nicht weiß welchen Bus man Nachhause nehmen muss 🙂 Auch der Bus ist super günstig, jedoch muss man schon wissen, dass die Fahrt 2 RMB kostet und nur in Münzgeld zu bezahlen ist. Denn auch hier, spricht der Busfahrer nicht mit einem – oder zumindest nicht mit mir.

Highlight des Tages: Demen, so heisst die Kellnerin, ist überglücklich, weil sie mit mir im Bus fährt und wohl gar nicht weiß, dass ich heilfroh bin, so schnell den richtigen Bus zu haben. Auf meine Frage, warum sie heute ins Hotel fährt, wo sie doch frei hat, lautet ihre Antwort: I have training today. It’s a training on how to survive the guests!
Ernsthaft? Und wenn ja, was ist dann der Inhalt? Vielleicht wollte sie aber auch sagen „It’s a training on how to save lost guests“?!? Ich werde es wahrscheinlich nie rausfinden… Aber dass sie lost guests saven kann, hat sie ja heute in der Praxis schon bewiesen!

Ach ja, und ATM Nummer 3 hat dann um kurz nach 16 Uhr doch noch Geld ausgespuckt und ich hab die Tickets! Yeah!

Dieser Beitrag wurde unter China, Sightseeing & Kultur abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu How to survive the guests…

  1. Pingback: Shanghai meets Suzhou | Maisha ni safari!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s