Hunde, Fische und anderes Getier

Der Tag hat schon recht lustig angefangen. Am Vortag fragte ich den Frühstücks-Koch, was ich da gerade essen würde. Nach langem hin und her haben wir uns auf Chinese Pickles geeinigt, obwohl das Ganze von weitem schon stark nach Würmern aussah. Heute morgen hat er mich dann über den Kellner fragen lassen, ob ich die Chinese Pickles, die wohl auch Tower oder Towel Vegetable heissen, gemocht hätte. Mein Ja hatte zur Folge, dass ich nun stolze Besitzerin von 2 Gläsern voll mit Chinese Pickles bin. Mitbringsel für fleißge Blumengießer, Postkastenleerer und Housesitter !!!! 🙂

Foto

Chinese Pickles…im Glas

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…und auf meinem Frühstücksteller

 

 

 

 

 

 

 

 

In der U-Bahn Station habe ich einer ratlos dreinblickenden älteren Chinesin dann gezeigt, wie man sich ein Ticket zieht. Und weil es einfacher war, das ganze gleich mit dem chinesischen Bildschirm durchgespielt. Einfach mal so tun, als ob man alles lesen und verstehen könnte. Zeichen vergleichen klappt ja auch mittlerweile sehr gut. Nichts anderes mache ich, wenn ich durch die Strassen irre und Straßenbezeichnung auf der Karte (kleine Strassen sind immer nur mit chinesischen Schriftzeichen gekennzeichnet) mit denen auf dem Straßenschild vergleiche.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so habe ich mich nach einem Tag Pause wegen Regen aufgemacht, um den „Flowers, Birds, Arts&Crafts Market“ zu suchen. Und ihn auch recht schnell gefunden, denn ein freundlicher Chinese auf seinem Elektro-Moped hat angehalten und gleich gefragt Qù na-li? – Wohin willst du?

Blumen, Fische, Hunde, Mäuse, Katzen, Hasen und Myriaden von Schildkröten – in allen Formen, Farben und Größen – und leider eben auch zum essen. Ich werde unmöglich alle Schildkröten aufkaufen können, um sie vor ihrem sicheren Tod zu bewahren. Was neulich bei Auchan noch machbar schien, ist in Anbetracht der Massen auf nur diesem einen Markt nicht mehr möglich. Ausserdem würde Olli wohl die Motten bekommen, wenn ich die alle mit in die neue Wohnung umziehen würde.

Zwei Strassen weiter bin ich dann auf eine Gruppe von Männern gestossen, die kleine Grillen in Dosen hatten. Ich glaube, dass es sich dabei um Kampfgrillen handelte und die Männer die Grillen geprüft haben: Deckel öffnen, die Grille mit einem Strohhalm anpicken, ärgern und in Kampflaune versetzen, den Deckel wieder schliessen und dann eine neue Dose prüfen. Am Abend lese ich nach, dass Grillenkämpfe ein beliebter und alter Traditions-Volkssport in China ist. Die Grillen leben nur ca. 100 Tage, werden aber für viel Geld gehandelt. Es gibt spezielle Märkte – wahrscheinlich war eben das so ein Marktstand – auf dem man die Grillen, sowie Zubehör (Transportgefäß, Grillenkescher und Grillenkitzler) kaufen kann. Breiter Kopf, breiter Rücken, breiter Nacken und saubere! Zähne sind Zeichen für eine gute Kampfgrille! Schade nur, dass ich so einen Kampf nicht mitbekommen habe.

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Den Nachmittag habe ich dazu genutzt, die Umgebung der hoffentlich bald neuen Bleibe zu erkunden. In Laufnähe: U-Bahn ✔,  Jinji Lake ✔, ein Cafe/ eine Bar in einem schönen Park mit wirklich akzeptablem Kaffee zu einem horrenden Preis ✔, jede Menge Kneipen und Restaurants am Moon Harbour ✔. Und das war nur die Lake-Seite des Compounds.

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Eine Antwort zu Hunde, Fische und anderes Getier

  1. Shaoshi schreibt:

    Diese Chinese Pickles heißen auf Deutsch übrigens Ziest. Bei den Reisefedern gibt es einen guten Artikel dazu: http://reisefeder-blog.com/2014/07/13/die-essen-auch-alles-die-chinesen-oder-rezept/ 🙂

    Gefällt 1 Person

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