Mitbringsel und die Folgen

Bringst du mir was mit? Diese Frage höre ich nahezu bei allen Reisen.
Na klar, bringe ich was mit! Mich!

Wem das nicht genügt, oder weil ich eben besonders nett sein und mich für Dienste wie Briefkasten leeren, Blumen giessen und aufs Haus aufpassen bedanken möchte, der bekommt etwas on top. Nur was?
Zu vielen Dingen, die ich mir selbst mitbringe oder mitbringen würde, hat mein Umfeld keinen Bezug, weil man im jeweiligen Land noch nicht war und somit auch keine Geschichten mit verknüpfen kann. Zusätzlich muss das Mitbringsel auch mir gefallen. Ich verschenke ja nichts, was ich nicht selbst gerne haben würde, nutze oder esse. Dekorative Schnitzereien oder Schmuck vom afrikanischen Kontinent sind bis dato fast immer gegangen und haben – zumindest kam mir bis dato nichts anderes zu Ohren – auch Anklang gefunden.

Mitbringsel aus China hingegen waren nun etwas dificil…um das ganze vorsichtig auszudrücken. Dabei bin ich neulich mit einem fast leeren Koffer zurück gekommen, und ich hätte somit noch viel mehr mitbringen können. Aber was?
Natürlich hatte ich etwas im Gepäck…aber damit die Geschmacks- und Sehnerven meiner Bekannten und Verwandten ziemlich überfordert und einige Freundschaften vor eine ordentliche Prüfung gestellt.

Damit es euch nicht auch so geht, hier die Top 5 der no-go-Geschenke für China-Rückkehrer:

Platz 5: Seidentücher mit und ohne Stickerei
Auch wenn Suzhou berühmt für seine Seide ist, es dort DAS Seidenmuseum gibt und in allen Reiseführern Suzhous Seide als das Mitbringsel angepriesen wird: Die Tücher sind für meine Begriffe hässlich und das Dekor oftmals selbst für Menschen zwischen Scheintod und Lebendigkeit zu altbacken.

Platz 4: Tee
Ich bin selbst schon mit Tee-Geschenken überhäuft worden. Einige Sorten sind super, insbesondere solche, bei denen exotische Kräuter und Früchte drin sind, die man bei uns so nicht bekommt. Andere Teesorten sind nicht wirklich was für „Messmer- oder Teekanne-verwöhnte Gaumen“ und schmecken oftmals schon deswegen nicht, weil wir sie falsch zubereiten.

Platz 3: Moon Cakes
Ich liebe sie! Es gibt sie in vielen tollen Geschmacksrichtungen und mit wunderbaren (und auch schaurigen) Füllungen. Und nachdem ich über das Mondfest in Suzhou war, haben sich die Mooncakes natürlich als DAS Mitbringsel schlechthin angeboten. Falsche Annahme!
Meine kleine Nichte – es sei ihr verziehen – hat das Stück vor meinen Augen am Esstisch wieder ausgespuckt. Ihre Mama hat das Gesicht verzogen und gesagt: geht gar nicht. Meine Eltern haben den einen gegessen, den zweiten dankend abgelehnt. Von den meisten Beschenkten habe ich keine Rückmeldung erhalten. Eine befreundete Familie hat mich gefragt, was mir eigentlich ihre Freundschaft wert sei. Ok, ich habe verstanden! Es gibt keine Mondkuchen mehr. Ich habe meine Lieblingssorte mit ganzem Eidotter sodann auch komplett selbst gegessen!

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Platz 2: 1000-jährige Eier
Cool! Aber igitt ne, das kann man nicht essen! Und zack waren die kleinen Leckereien wieder in der Geschenktüte verschwunden. Und ich befürchte mittlerweile im Sondermüll…

Platz 1: Hühnerfüße
Ok, ich gebe zu, das ist ein recht originelles Geschenk. Vielleicht sieht es auch nicht soooo lecker aus. Aber, ich finde, dass sie ganz gut geschmeckt haben. Woher ich das weiß? Die Beschenkten haben sich angewidert angeschaut und finden mich glaube ich nun auch ganz eklig, denn ich habe die Packung aufgerissen und trotz leckerem Abendessen noch einen leckeren Snack zu mir genommen.

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Die Folge:
Ich kündige hiermit hochoffiziell an, dass ich zukünftig nichts mehr mitbringen werde. Fragt mich also nicht mehr nach Mitbringseln, oder gebt mir konkrete Wünsche mit. Ich brauch nämlich noch ein paar Freunde in und um den Schwarzwald herum 🙂

 

 

 

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2 Antworten zu Mitbringsel und die Folgen

  1. Shaoshi schreibt:

    Haha, bei so undankbaren Freunden würde ich auch keine Geschenke mehr mitbringen 😉 Aber klar, dass du die Leute mit den 1000-jährigen Eiern und den Hühnerfüßen etwas überfordert hast. Obwohl ich die Abneigung gegen Hühnerfüße auch nicht verstehe. Sieht für Deutsche vielleicht ungewohnt aus – aber wenn ich den Rest vom Huhn esse, warum dann nicht auch die Füße?

    Und Tee ist so eine Sache. Wer nicht nur aromatisierten Beuteltee trinkt, kann damit vielleicht schon was anfangen. Aber ich schätze, bei vielen meiner Bekannten dürfte der Tee auch originalverpackt in irgendwelchen Schränken verschwunden sein …

    Ich habe also besonders chinesische Süßigkeiten verschenkt. Da habe ich viele verschiedene Packungen gekauft, geöffnet und gemischt und jedem eine bunte Handvoll gegeben. Da war dann für jeden Geschmack was dabei.

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