Yalong Bay – Geheimtipp für Taucher im südchinesischen Meer

„Sanya is one of the most popular Diving spot in China full of sea sources with excellent visibility. The ideal conditions for wonderful past times will give you an unforgettable snorkeling and diving experiences. Scuba Divig in the warm and colorful waters of South China Sea is just something every diver must have experienced at least once in a lifetime. Nothing compares to the abundant coral reefs and the diversity of colored tropical fish and squid in the waters. There are lot of beautiful living coral reefs surrounded by beautiful tropical fish on depths from 4M to 15M. Crystal clear waters with an average temperature of 28°C.“

Na das versprach doch ein wunderbares Taucherlebnis zu werden! Vor allen Dingen 28 Grad Wassertemperatur. Mein Herzt tanzte…Die Realität sah aber ein wenig anders aus.

Ja, es hätte mich bereits stutzig machen sollen, dass die Vielzahl der im Internet nicht wirklich einfach zu findenden Tauchbasen in Sanya auf meine Anfrage nicht reagierten. Auch bei taucher.net gibt es nur wenig – und die sind noch nicht mal positiv – Einträge…keiner hat mir jemals etwas über die wunderbare Unterwasser-Welt berichtet und fast alle angegebenen Telefonnummern gab es nicht mehr. Wir haben trotzdem nicht locker gelassen und für schlappe 700 kwai (100 Euro) pro Person 2 Tauchgänge an der Yalong Bay gebucht.

Für unsere Brevets hat sich niemand interessiert. Das equipment war ganz ok, obwohl mir selbst bei 28 Grad so ein 3mm Anzug als nicht optimal erschien. Nitrox sollte es geben, war dann aber kurzzeitig méi you. Weil es nur einen englischsprachigen (und das ist sehr wichtig unter Wasser und für das Briefing davor !!!) Tauchlehrer gab (mit über 10.000 Tauchgängen !!!!), wurden wir kurzerhand beim AOWD-Kurs mitgenommen.

Zunächst sollte es mit einem kleinen Boot auf eine Plattform gehen. Beim Warten auf das Boot war der Ausflug für mich schon fast vorbei. Ein Chinese rotzte erst unweit neben mir in einen Mülleimer und übergab sich dann mehrere Male unüberhörbar. Ich sehe und höre es jetzt noch, habe mich aber zusammengerissen und tu es beim Schreiben noch einmal.

Auf der Plattform angekommen haben wir uns fertig gemacht und sind dann nach einem ausführlichen Briefing „Wir gehen hier rein, ihr taucht mir nach!“ ins gerade mal 22 Grad warme Wasser gehüpft und waren in der Tat von der Unterwasserwelt mehr als geflashed. Der Tauchlehrer ist in einem Affenzahn vorneweg. Seine 2 AOWD-Schüler (den OWD kann man hier im Water Park in Beijing machen) mehr schlecht als recht hinterher. Gezeigt hat er nichts, gesehen haben wir irgendwann auch nichts mehr. Nach ca. 35 Minuten hat der Tauchlehrer eine Boje gesetzt (also ansatzweise – das Ding lag quasi unaufgeblasen an der Wasseroberfläche), wir mussten aufsteigen um dann noch gute 10 Minuten an der Oberfläche zur Plattform zurückzuschwimmen. Verstehen muss ich das nicht…

Tauchgang 2 stand nach weiteren 45 Minuten an. Das Highlight: ein Wrack auf 11m. Wir sind also zum Wrack hin und kurzerhand wieder zurück. Mehr hätte meine Flasche auch nicht zugelassen, denn bei gerade jeweils 150bar in den Flaschen war eh nicht mehr drin.

Was haben wir also nun gesehen?
Seeigel, Seesterne, Seegurken und eine Schnecke (ICH hab sie gefunden!!!). Ein paar traurige Anemonenfische, die in noch traurigeren braun-grauen Anemonen gewohnt haben. Müll und jede Menge Mundstücke direkt an der Plattform. Eierschalen und einen Strohhut. Die tropischen Fische waren leider in Urlaub. Die bunten Korallen mit ihnen.

Fazit:
Bin ich zu verwöhnt vom Roten Meer und von meinen Jungs bei diving.de? Definitiv nicht. Ich kann leider keine Empfehlung aussprechen. Weder für den Tauchplatz, noch für die Tauchbasis. Das ganze Unterfangen war eine reine Zeit- und Geldverschwendung, gefroren habe ich on top und vom Sicherheitsaspekt wollen wir mal lieber erst gar nicht reden.

P.S.
Woher kamen eigentlich die vielen Mundstücke? Die Plattform ist auch Ausgangspunkt für das bei Chinesen sehr beliebte Skin Diving. Skin Diving? Ja, Skin Diving. In Neos gepackt werden Heerscharen auf die Plattform geschippert. Dort bekommen sie eine kleine Unterweisung und springen dann ins Wasser. Im Wasser warten bereits Taucher mit dem gesamten Equipment auf die Taucher-Neulinge. Die dann in voller Montur mal eben kurz ihren Kopf unter Wasser stecken können, um dann zu erzählen, dass sie tauchen waren. Naja und wenn Taucher 1 fertig ist, muss sein Mundstück eben entsorgt werden, denn Taucher 2 hat ja sein eigenes dabei.

Mittlerweile hab ich nachgelesen, was Skin Diving wirklich heisst. „Skin diving, or free diving, is the practice of diving underwater without the use of a portable air supply, as is common with scuba diving.“ Noch nicht mal das hat der Tauchlehrer richtig erklären können…versagt auf ganze Linie.

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