Sanya – Oder das Hawaii des Ostens

Auszeit von der zwei-wöchigen Auszeit – ja, so darf es sein. Direkt nach Chinesisch Neujahr haben wir uns 4 Tage Sanya gegönnt. Raus aus dem trüben und kalten Suzhou und rein ins Urlaubsvergnügen.

Sanya – das sind Chinesen in Hawaii-Hemden und Ronaldhino-Strohhüten, Chinesinnen mit großen Strohhüten und langen blumigen Kleidern, ganze Familien im selben Outfit, buntes Sandkastenspielzeug, Obst in Hülle und Fülle, Kamele am Strand, irrwitziges Schuhwerk und zwei lǎowài’s, die gut und gerne für Fotoshootings herhalten mussten.

Knappe 4 Flugstunden von Shanghai entfernt geniessen auf Hainan, der einstigen Insel der Verbannten, heute Heerscharen von Chinesen ihren Badeurlaub. Und mehr als einmal musste ich singen: Aber sch**** drauf, Sanya ist nur einmal im Jahr…oleole und schallala….

Aber der Reihe nach:
Mit Juneyao Air ging es ab Shanghai direkt ins 28 Grad warme Sanya. Sanya liegt in der Provinz Hainan, einer kleinen Insel im Süden Chinas. Sanya ist bekannt für sein tropisches Klima und seine Sandstrände und so war es dann auch.

Unser Hotel –  direkt am Coconut Dream Corridor war ein Traum aus Meerblick, Pool-Landschaften und einem Palmenhain, der das Hotel vom Strand trennte. Das Zimmer riesig und für meine Begriffe mehr als sauber. Das Frühstücksbuffet super. Denn mit Eierspeisen, Suppe, gebratenen Nudeln, Obst und Kaffee kann ein Tag nur gut starten.

Albtraum hingegen war das Personal. Die Tatsache, dass auf weiter Flur niemand wirklich englisch sprach, denn eigentlich ist man in Sanya ja auch eher auf russische Touristen eingerichtet, fand ich nicht wirklich dramatisch. Die Lustlosigkeit und Nicht-Serviceorientierung hingegen schon. Vielleicht erwarte ich zu viel und mein rudimentäres Chinesisch ist auch mehr schlecht als recht. Dennoch wünsche ich mir einen Ansprechpartner, der zumindest versucht mich zu verstehen und so einfache Wünsche wie die Bestellung eines Taxis zum Flughafen auch erfüllt – ausserhalb des Hotel funktioniert das doch auch. Statt dessen dreht man sich ab, stellt sich doof und tut lieber nichts. Unser Vorhaben, ein Auto zu mieten, haben wir nach 1,5 Stunden erfolglos beendet und der Check-Out hat dann doch in der Tat 45 Minuten gedauert. Ich weiß nicht, was da los war, aber zu meinen Hotelzeiten ging das irgendwie fixer.

Der Rest des Aufenthalts – mit Ausnahme des Tauchtages, dem ich einen extra Eintrag gönne – war phantastisch.

Toller Strand, tolle Sonnenuntergänge, leckeres Seafood, kleine Gassen voll mit Marktständen und ein schöner Ausflug mit dem öffentlichen Bus – ja, das hat super funktioniert – zu einer der größten kulturellen Sehenswürdigkeiten in ganz China, zum Nanshanpark. Zumindest liest man das auf der Webseite eines deutschen Reiseveranstalters. Der hat aber auch geschrieben, dass man in Sanya unbedingt tauchen gehen muss…

Ausflug zum Nanshanpark
Wie kommt man in den ca. 40km entfernten NanshangPark? Man stellt sich an die Strasse, nimmt den erstbesten öffentlichen Bus, der gefühlt in diese Himmelsrichtung fährt und fährt dann erst Mal am Zielort vorbei. Der Frau Conductor ist das dann auch recht zügig aufgefallen. Nothalt, Frau Conductor steigt aus und zerrt uns mit, Mordsgeschrei auf der Straße, ein entgegenkommender Bus wird angehalten, wir werden hineinverfachtet und direkt ohne Aufschlag das Stück wieder zurück gefahren und – noch besser – direkt vor dem Loch abgesetzt! Geht doch!

Der Park ist eine riesige Anlage aus See- und Berglandschaften und mit einem Eintrittspreis von schlappen 139 Kwai pro Person nicht gerade günstig. Weitere Attraktionen im Park kosten nochmals zusätzlich. Hauptattraktion ist die im Meer stehende, 108 Meter hohe buddhistische Bronzefigur, KuanYin „Die Mutter Asiens“. Mit ihren 108 Metern ist sie tatsächlich 15 Meter höher als die Freiheitsstatue in New York. Sie hat drei Gesichter. Jedes einzelne strahlt mit seiner Mimik eine andere Bedeutung aus: Verstand, Gnade und Frieden.

Daneben gibt es noch eine Reihe buddhistischer Tempel, goldene Buddhafiguren und eine wirklich schöne Parkanlage, die von den meisten per Bummelzug abgefahren wird.
Die lǎowài’s waren an diesem Tag mal wieder beliebtes Fotomotiv und in der Schlange, die für die Besichtigung des Inneren der Statue anstand, habe ich mal wieder alle unterhalten. Ich konnte es aber auch nicht auf uns sitzen lassen, dass wir als Amis bezeichnet wurden. Somit hab ich dem Chinesen kurzerhand erklärt dass wir Deutsche sind. Noch mehr Fotos…

Warum wird Sanya das Hawaii des Ostens genannt?
So ganz genau weiß ich es nicht. Liegt es daran, dass fast das ganze Jahr über ein konstant tropisches Klima herrscht? Liegt es an den Sandstränden, oder aber an der Insel, die recht hügelig ist? Möglich ist natürlich auch die Tatsache, dass man sich mit Hawaii den Breitengrad teilt. Oder liegt es einfach an den vielen Hawaii-Hemden?

Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch! Mal wieder hätten wir etwas mehr Zeit gebraucht (das habe ich bei Xi’an auch schon geschrieben), um tatsächlich mehr von der Insel zu sehen. Aber auch die 4 Tage waren super…und…wer in China auch mal Sterne am Himmel sehen möchte, der kann das hier!

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2 Antworten zu Sanya – Oder das Hawaii des Ostens

  1. Oli schreibt:

    Das mit dem lustlosen Personal ist aber doch eher ein chinaweites Phänomen, oder ist das bei euch in Suzhou besser? Ich war in Sanya im Backpackers Inn, das übrigens echt hübsche Zimmerchen hat, wenig kostet und einen sehr leidenschaftlichen Besitzer hat. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist ein Bed and Breakfast in Boao, das von einer Amerikanerin geführt wird. Bin allerdings nicht sicher, ob es beides noch gibt. Ich war vor etwa drei Jahren das letzte Mal auf Hainan.

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  2. elkedieterich schreibt:

    Hallo Oli,
    ich glaube, dass es ein weltweites Phänomen ist. Der eine liebt seinen Job und ist dementsprechend auch service- und dienstleistungsorientiert. Der andere macht seinen Job, weil er damit Geld verdienen muss – was nicht ausschliesst, dass die erste Spezies nicht auch Geld verdienen muss, da ist nur der Blickwinkel ein anderer. Ich werde es mal weiter im Auge behalten, zu was meine neuen Nachbarn tendieren 😉
    Schöne Grüße
    Elke

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